Übersicht: Extra-Rentenpunkte für Pflegende

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Pflegende Angehörige arbeiten oft weniger in ihrem Job, damit sie mehr Zeit haben, um ihre Eltern oder andere Verwandte zu versorgen. Das bedeutet nicht nur für den Moment weniger Einkommen, sondern wirkt sich auch auf die Höhe der späteren Rente aus. Was viele nicht wissen: Wer sich regelmäßig um ein Familienmitglied kümmert, kann zusätzliche Rentenpunkte erhalten.

Voraussetzungen

Damit Du für Deine Pflegetätigkeit zusätzliche Rentenpunkte erhältst, musst Du folgende Bedingungen erfüllen:

  • Du bist in der Deutschen Rentenversicherung versichert.
  • Du versorgst regelmäßig eine Person oder mehrere Personen mit Pflegegrad 2 oder höher in ihrem häuslichen Umfeld.
  • Du benötigst dafür im Durchschnitt mindestens 10 Stunden pro Woche an mindestens 2 Tagen.
  • Du bist maximal 30 Wochenstunden erwerbstätig.
  • Du beziehst keine Vollrente nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze.

Wenn Du bereits in Rente bist, kannst Du mit einem kleinen Trick trotzdem Rentenpunkte für die Pflege sammeln. Wandele Deine Vollrente vorübergehend in eine Teilrente um. Schon eine Reduktion auf 99,9 Prozent genügt und Du kannst ab sofort weitere Rentenpunkte sammeln, die nach einem Jahr automatisch Deine Rente erhöhen.

Unser Tipp: Nutze diese Chance am besten noch in diesem Jahr, sofern Du bereits eine Altersrente beziehst. Die Option wird eventuell im kommenden Jahr abgeschafft. Was genau das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) bringen wird, darüber informieren wir Dich im Alltagslotsen, sobald die Regierung etwas entschieden hat.

Mögliches Rentenplus

Erfüllst Du alle Voraussetzungen? Dann kannst Du bald mehr Rentenpunkte erhalten. Wie viel das in Euro bedeutet, hängt von zwei Faktoren ab, und zwar dem Pflegegrad Deines Familienmitglieds und der gewählten Hauptleistung, also Pflegegeld, Pflegesachleistung oder Kombinationsleistung.

Grundsätzlich gilt: Pro Jahr Pflege bekommst Du später jeden Monat einen bestimmten Eurobetrag mehr an Rente – und zwar lebenslang. Je nach Situation sind das zwischen knapp 7 und knapp 37 Euro Rentenplus pro Monat.

Beispiel 1: Du unterstützt Deine Mutter mit Pflegegrad 2, die ausschließlich Pflegegeld erhält. Dann bekommst Du später jeden Monat etwa 10 Euro mehr Rente. Nach zwei Jahren Pflege läge der Rentenbonus unter den gleichen Bedingungen doppelt so hoch, also bei 20 Euro monatlich. Nach drei Jahren bei 30 Euro und so weiter.

Beispiel 2: Du unterstützt Deinen Vater mit Pflegegrad 4, der eine Kombi aus Pflegesachleistung und Pflegegeld erhält. Pro Jahr Pflege bekommst Du später etwa 22 Euro mehr Rente pro Monat.

Die vollständige Tabelle mit allen Werten veröffentlicht die Deutsche Rentenversicherung auf Ihrer Webseite.

Gut zu wissen: Für nicht-vollständige Pflegejahre erhältst Du anteilige Rentenpunkte pro vollem Monat Pflege, die Du geleistet hast.

Antrag

Wie so oft, ist ein separater Antrag nötig, damit Du das Rentenplus bekommen kannst. Der Antrag hat den klangvollen Namen „Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“. Vielleicht hat Dein Angehöriger ihn mit den Unterlagen zum Pflegegrad erhalten. Ansonsten kannst Du ihn bei dessen Pflegeversicherung anfragen oder Du lädst ihn als pdf von der Webseite der Deutschen Rentenversicherung herunter.

Den mehrseitigen Fragebogen musst Du ausfüllen, unterschreiben und an die Pflegeversicherung schicken. Diese zahlt dann Beiträge für Deine Pflegearbeit in die Rentenkasse ein. Wenn Du Fragen dazu hast, auch beispielsweise zur Teilrente, kannst Du Dich kostenfrei individuell bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen unter 0800 / 1000 4800.