Langsam kommt der Herbst...
Mit der Tag- und Nachtgleiche am 23. September beginnt offiziell der Herbst. Das bedeutet nicht nur weniger Licht, sondern häufig auch mehr Regen. Draußen wird es langsam ungemütlicher. Einige mögen den Herbst deshalb nicht. Andere haben ihn umso lieber, weil die Blätter bunt werden und nun die gemütliche Drinnenzeit mit Basteln, Backen und Kerzenschein kommt. Gesundheitlich ist es sinnvoll, wenn Ihr auf ein paar Dinge achtet, damit Ihr gut durch diese Jahreszeit kommt.
Immunsystem stärken
Im Herbst werden die Tage kürzer und die Temperaturen sinken. Das kann eine Herausforderung fürs Immunsystem sein – insbesondere an schönen Spätsommertagen, an denen es tagsüber noch angenehme 20 Grad und mehr gibt, dann aber abends und nachts plötzlich deutlich abkühlt. Um mit den Schwankungen besser klarzukommen und möglichst nicht krank zu werden, helfen einige gezielte Anpassungen im Alltag.
Gut zu wissen: Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Grippeschutz-Impfung im Herbst. Inwiefern diese sinnvoll ist, muss jeder individuell entscheiden. Nutzen und Risiken könnt Ihr in der Hausarztpraxis erfragen.
Essen & Trinken
Praktischerweise werden im Spätsommer viele Früchte reif. Frische Äpfel und Birnen, erste Walnüsse und Pilze sowie abwechslungsreiche Gemüsepfannen aus zum Beispiel Kürbis, Kartoffeln, Rote Bete und Möhren liefern viele wichtige Nährstoffe, die das Immunsystem stärken können.
Auch genug zu trinken bleibt wichtig. Mit der Wärme lässt bei einigen Menschen auch das Durstgefühl nach. Vor allem Ältere sollten darauf achten, trotzdem genug zu trinken.
Gut zu wissen: Eine plötzliche Verwirrtheit kann ein Zeichen dafür sein, dass jemand schlicht vergessen hat zu trinken. Am besten sollte Dein Angehöriger zu und zwischen jeder Mahlzeit je ein Glas Flüssigkeit zu sich nehmen – auch wenn sich der Durst nicht meldet.
Manchen fällt das Trinken ab dem Herbst aber auch leichter. Denn nun locken wieder viele leckere Teesorten. Früchtetees passen aufgrund ihrer Farbe hervorragend in die Jahreszeit. Und Kräutertees mit Salbei, Thymian, Kamille und Melisse können sogar bei leichten Erkältungen helfen, dass der Hals weniger weh tut und der Husten schneller vorbeigeht.
Unser Tipp: Wenn Dein Angehöriger tendenziell zu wenig trinkt, kauft doch gemeinsam ein paar neue Teesorten ein. Abwechslung, Wärme und neuer Geschmack helfen dabei, ausreichend zu trinken.
Bewegung bleibt wichtig
Es ist zwar weniger lange hell, aber die Blätter werden nun wunderbar bunt und der Morgennebel zaubert manch schöne Szene in die Landschaft. Nutzt diese Jahreszeit, in der es weder brüllendheiß noch eiskalt und glatt ist, um regelmäßig draußen spazieren zu gehen. Das hilft Körper, Geist und Seele.
Natürlich sollte die Kleidung stets angemessen sein. Insbesondere Pflegebedürftige mit Demenz neigen manchmal dazu, den Wechsel der Jahreszeiten zu verpassen und wollen auch bei 9 Grad noch gerne im T-Shirt rausgehen. Doch bei diesen Temperaturen ist das Zwiebelprinzip aus mehreren Kleidungsschichten sowie Mütze und Schal und gegebenenfalls Stulpen oder Handschuhen die deutlich bessere Wahl.
Unser Tipp: Eine gut sichtbare Temperatur-Anzeige im Flur, die die aktuelle Außentemperatur darstellt, und daneben eine Zeichnung mit Kleidungsempfehlungen für einzelne Temperatur-Abschnitte kann helfen.
Sicherheit bedenken
Wenn die Bäume ihre Blätter verlieren und es darauf regnet, kann das nasse Laub schnell zur rutschigen Sturzgefahr werden. Achtet daher darauf, herabgefallenes Laub auf dem Gehweg möglichst bald zu entfernen. Vielleicht ist das ein guter Moment, um mal die Arbeit eines Gärtners anzufragen?
Unser Tipp: Optimal ist es, wenn Ihr das Laub an einer Stelle, wo es nicht stört, auf einen Haufen schichtet und bis zum Frühling liegenlasst. So kann es verschiedenen Tieren als Winterquartier dienen.
In der dunklen Jahreshälfte sollte Dein Angehöriger möglichst nur auf gut beleuchteten Wegen unterwegs sein. Reflektoren an der Kleidung helfen, von anderen gut gesehen zu werden. Ganz wichtig sind auch gut sitzende Schuhe mit rutschsicherem Profil. Prüft am besten gemeinsam, wie das Profil der Lieblingsschuhe Deines Angehörigen gerade aussieht. Ist es schon nahezu glatt gelaufen, wäre ein neues Paar wohl eine gute Idee. Mit diesen Maßnahmen könnt Ihr die Sturzgefahr reduzieren.
Ein Hilfsmittel wie ein Gehstock oder ein Rollator kann zusätzliche Sicherheit bieten. Viele Sanitätshäuser bieten sogar als kostenlosen Service an, solche Hilfsmittel zu überprüfen und winterfest zu machen. Vielleicht könnt auch Ihr eine solche Option nutzen.
Gegen den Herbstblues
Häufig sehen ältere Menschen der dunkleren Jahreszeit mit Unwohlsein entgegen. Die tendenziell grauen und tristen Tage schlagen ihnen aufs Gemüt. Besonders dann helfen Spaziergänge in der Herbstsonne, die die farbenfrohe Pracht dieser Jahreszeit zeigt. Und selbst einem neblig trüben oder regnerischen Tag lässt sich etwas abgewinnen. Bewusst in die jeweilige Stimmung einzutauchen und sich auf deren Schönheit zu fokussieren, kann ganz besondere Momente erschaffen. Wann habt Ihr beispielsweise zuletzt die Wolkenformationen und ihre Veränderungen am Himmel beobachtet und kommentiert? Schon wenige Minuten, die man einer solch "kindlichen" Beschäftigung nachgeht, können die vormals trübe Stimmung in etwas Schönes und Besonders verwandeln.
Natürlich ist es außerdem wichtig, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben. Austausch und Aktivitäten erhellen die Stimmung und beugen sogar Erkrankungen vor. Wenn Dich das interessiert, lies gerne unsere "Übersicht: Einsamkeit".
Und nun wünschen wir von mitpflegeleben Euch einen wunderbar bunten Herbst!

