Was macht ein Pflegedienst?

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Wenn der Pflegebedarf steigt, ist es sinnvoll, zusätzlich zu Deiner privaten Unterstützung einen professionellen Pflegedienst in den Alltag zu integrieren. Die Pflegeversicherung zahlt dafür zwischen 796 und 2299 Euro pro Monat. Dafür leisten gelernte Pflegekräfte zum Beispiel Körperpflege, Hilfe bei Medikamenten oder Mobilisationsübungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn regelmäßig eine Pflegekraft eines ambulanten Dienstes kommt, kann das eine enorme Erleichterung für alle Beteiligten sein, unter anderem weil Freunde und Familie mehr Qualitätszeit miteinander verbringen können.
  • Nach individuellen Absprachen kommen ausgebildete Pflegekräfte zu Pflegebedürftigen nach Hause und übernehmen einen Teil der Pflege.
  • Die Pflegeprofis dürfen auch medizinische Tätigkeiten übernehmen, wie etwa das Wechseln von Verbänden.
  • Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für einen Pflegedienst bis zu einem monatlichen Betrag zwischen 796 Euro (in Pflegegrad 2) und 2299 Euro (in Pflegegrad 5).

Zeit für einen Pflegedienst?

Solange nur ein bisschen Hilfe hier und da nötig ist, teilen die meisten Familien die nötigen Aufgaben untereinander auf. Manchmal bieten auch Nachbarn oder Freunde regelmäßige Hilfe an. Doch spätestens wenn der Pflegebedarf allmählich in Richtung Pflegegrad 3 steigt oder wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen, ist es sinnvoll, sich nach einem Pflegedienst umzusehen. Meist wird dieser dann zu einer weiteren wichtigen Stütze im Pflegealltag zuhause.

Was leistet ein Pflegedienst?

Ausgebildete Pflegekräfte von ambulanten Pflegediensten besuchen Menschen mit einem Unterstützungsbedarf zuhause und leisten dort die nötige Hilfe. Was das ist, kann sehr unterschiedlich sein.

Kleinere Hilfen

Zu manchen Leuten kommt jeden Morgen ein Pfleger, der kurz die Tablettenbox neu befüllt, dann wartet er, bis die Seniorin ihr wichtigstes Medikament eingenommen hat, zieht ihr anschließend die Stützstrümpfe an und fährt dann weiter. Abends kommt eine Pflegerin, kontrolliert, ob alle Tabletten eingenommen wurden, und zieht die Stützstrümpfe wieder aus. Die Pflegekräfte sind dann zwar immer nur ein paar Minuten pro Einsatz da, doch diese paar Minuten sind entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden der Betroffenen und eine große Erleichterung für die Angehörigen.

Gut zu wissen: Eine Pflegekraft, die die Medikamente im Blick hat, bekommt auch mit, ob die Arznei wirkt, wie sie soll, und ob Neben- oder Wechselwirkungen auftreten. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung sein sollte, kann sie (mit entsprechender Erlaubnis) Rücksprache mit der Arztpraxis halten, sodass das individuell am besten passende Medikament gefunden werden kann.

Mehr Unterstützung

Bei höherem Pflegebedarf wird nach entsprechender Absprache deutlich mehr Unterstützung geleistet. Welche Hilfe ein Pflegedienst anbietet, ist von Anbieter zu Anbieter leicht verschieden. Auch die Kosten und sogar die Namen für die einzelnen Hilfen variieren. Bestimmte Basisleistungen bieten aber so ziemlich alle an. Dazu gehören:

  • Körperpflege, wie Waschen, Rasieren, Eincremen, Zahn-, Mund- und Nagelpflege
  • Hilfe bei Toilettengängen und Intimpflege
  • Hilfe beim An- oder Ausziehen
  • Hilfe beim Zubereiten von Mahlzeiten bis hin zum Füttern
  • Sitz-, Geh- und Steh-Übungen (Mobilisation)
  • Bett machen, Bewegungsübungen im Liegen, Umbetten (Lagern und Dekubitus-Prophylaxe)

Ärztlich verordnete Pflege

Auch medizinische Behandlungspflege gehört meist zum Standard-Repertoire. Wenn sie nötig ist, übernehmen die Pflegekräfte etwa

  • Wundversorgung
  • Verbandswechsel
  • Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und weiteren Werten
  • Verabreichen von Spritzen

Etwas kompliziert: Wenn medizinische Behandlungspflege ärztlich verordnet wurde, dann übernimmt in der Regel die Krankenversicherung die Kosten dafür. Die Hilfe geht in diesem Fall nicht vom Sachleistungsbudget ab.

Die Profis wissen in der Regel, was sie mit Kranken- und was mit Pflegekasse abrechnen müssen. Wenn Ihr Euch unsicher seid, fragt beim Pflegedienst nach.

Hast Du den Eindruck, dass etwas nicht korrekt ist? Dann kannst Du Dich zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale mit Schwerpunkt Pflegerecht dazu beraten lassen.

Weitere Angebote

Viele Dienste bieten zusätzlich hauswirtschaftliche oder begleitende Hilfen an, wie etwa

  • Einkaufen
  • Wäsche waschen
  • Begleitung zum Arzt
  • Extras, wie Hausnotruf oder Menü-Bringdienst

Besonderheiten

Manche Dienste haben zusätzlich bestimmte Schwerpunkte, etwa eine Spezialisierung auf Demenz oder andere Erkrankungen. Einige Pflegekräfte haben besondere Fremdsprachenkenntnisse und manche Dienste bieten sogar die Möglichkeit zur ambulanten 24-Stunden-Betreuung durch entsprechende Schichtdienste an.

Wie Ihr einen passenden Pflegedienst findet, erfahrt Ihr in unserem Beitrag "Den passenden Pflegedienst finden".