Checkliste: Anlaufstellen
Ihr müsst nicht viel Geld bezahlen, um schnell seriöse Beratung und Hilfe zu erhalten. Pflegeversicherer, Bund, Länder, Kommunen und verschiedene Verbände bieten eine Fülle an individuellen Hilfen zum Thema Pflege. Die meisten davon sind kostenfrei. Folgende Anlaufstellen können wir Euch empfehlen. Mit dem Fähnchen oben rechts kannst Du diese Checkliste als Favorit abspeichern.
Individuelle Pflegeberatung
Die Pflegeversicherer sind verpflichtet, individuelle Beratungen für alle Menschen zu finanzieren, die einen Pflegebedarf haben oder (bald) jemanden pflegerisch versorgen. Die sogenannten Pflegestützpunkte und weitere Pflegeberatungsstellen beraten Euch deshalb individuell, neutral und kostenfrei, zum Beispiel zu Leistungen, Hilfsmitteln und Alltagsgestaltung. Bei Bedarf bekommt Ihr Listen mit Anbietern aus der Region und konkrete Hilfe bei der Antragstellung.
Eine Beratungsstelle in der Nähe findest Du in der Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege.
Johanniter-Pflegetelefon
Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat ein eigenes Pflegetelefon eingerichtet, deren geschulte Mitarbeitende werktags Deine Fragen zum Thema Pflege beantwortet. Auch Fragen und Feedback zur mitpflegeleben-App kannst Du dort loswerden.
Du erreichst uns unter 030 / 816 901 6639 oder direkt über den blauen Button auf der Startseite.
Pflegekurse
Pflegen kann man lernen. Als Angehörige hast Du einen Anspruch auf allgemeine und auch spezifische Pflegekurse, wenn Dich ein bestimmtes Thema interessiert.
Kurse der Pflegekasse
In allgemeinen Kursen kannst Du Theoretisches zu den Leistungen der Pflegekasse lernen sowie praktische Handgriffe üben, etwa wie man jemanden rückenschonend aufrichtet. Spezialkurse werden zum Beispiel zu bestimmten Krankheitsbildern wie Demenz, Krebs oder Multiple Sklerose angeboten. Es gibt Online-Kurse und Angebote vor Ort, meist abends oder am Wochenende. Die Kurse werden von den Pflegeversicherungen bezahlt und sind daher für Dich kostenfrei.
Einen Pflegekurs in der Nähe findest Du über die Pflegeversicherung Deines Angehörigen. Die ist bei dessen Krankenversicherung angesiedelt. Zertifizierte Online-Kurse bietet zum Beispiel die Johanniter-Unfall-Hilfe an.
Kenntnisse zum Lebensende
Es gibt auch spezifische Kurse, was Du für Deinen Angehörigen tun kannst, wenn sich sein Leben auf das Ende zubewegt. In sogenannten Letzte-Hilfe-Kursen lernst Du Basiswissen, Orientierung und einfache Handgriffe. So fühlst Du Dich selbst weniger hilflos und kannst die Lebensqualität Deines Angehörigen durch kleine Gesten noch möglichst hoch halten. Die Kurse, so beschreibt es ihr Erfinder, „möchten Grundwissen an die Hand geben und ermutigen, sich Sterbenden zuzuwenden. Denn Zuwendung ist das, was wir alle am Ende des Lebens am meisten brauchen.“
Die Kurse sind kostenfrei oder kosten nur eine geringe Aufwandsentschädigung. Details und einen Kurs in Deiner Nähe findest Du auf der Letzte-Hilfe-Webseite.
Pflegezeiten – Auszeit im Job
Wenn Du noch berufstätig bist, möchtest Du vielleicht etwas kürzertreten oder vorübergehend im Job pausieren. Dann hast Du mehr Zeit, um die Pflege für Dein Familienmitglied zu organisieren. Unter bestimmten Bedingungen hast Du sogar ein gesetzliches Anrecht auf Teilzeit oder Auszeit und kannst anschließend zu Deiner gewohnten Arbeitszeit im gleichen Job zurückkehren.
Informationen und Beratung dazu bietet die Webseite Wege zur Pflege des Bundesfamilienministeriums sowie das Pflegetelefon des Bundes unter 030 / 2017 9131.
Psychologische Online-Beratung für Pflegende
Jemanden pflegerisch zu versorgen, kann zur Belastung werden. Daher wurde die gemeinnützige psychologische Online-Beratung für pflegende Angehörige gegründet. Gesetzlich Versicherte, die sich um nahestehende Pflegebedürftige kümmern, erhalten von speziell geschulten Psychologinnen individuelle Hilfe. Das ist für alle kostenfrei und datensicher, auf Wunsch auch anonym. Seit Kurzem ist auch ein Mann im Team.
Detaillierte Informationen und persönliche Unterstützung findest Du unter pflegen-und-leben.de.
Unabhängige Patientenberatung
Ihr seid unsicher, ob eine empfohlene Behandlung wirklich sinnvoll ist? Du hast Fragen zu einem Medikament oder befürchtest einen Behandlungsfehler? Für diese und weitere gesundheitsrechtliche Themen kannst Du Dich an die Stiftung Unabhängige Patientenberatung wenden. Deren Beratung gibt es telefonisch, online oder persönlich vor Ort. Sie muss unabhängig sein und sich nach Deinen Bedürfnissen richten. Ein Einfluss von Pharmafirmen, Versicherungen, Behörden, Kliniken oder anderen Institutionen ist verboten.
Weitere Informationen findest Du auf der Webseite der Patientenberatung oder telefonisch unter 0800 / 011 77 22.
Vollmachten & Verfügungen
Ihr benötigt Beratung und Hilfe bei der Erstellung einer Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung? Kostenfreie Unterstützung findet Ihr bei örtlichen Betreuungsvereinen. Adressen könnt Ihr bei örtlichen Betreuungsbehörden erfragen. Die Stiftung Warentest bietet einen Betreuungsbehördenfinder an (im Artikel etwas runterscrollen).
Wohnberatung
Nicht selten muss das Zuhause angepasst werden, damit die Pflege dort leichter oder überhaupt möglich wird. Welche Anpassungen sinnvoll sind, was das ungefähr kostet und welche Fördermittel es dafür gibt, erfahrt Ihr bei einer Wohnberatung. In der Regel ist die Wohnberatung kostenlos und neutral – also unabhängig von Produktempfehlungen.
Je nach Bundesland und Gemeinde können unterschiedliche Ansprechpartner zuständig sein. Unter dem Artikel haben wir Dir eine Übersicht verlinkt.

