Übersicht: Vorsorgekur
Pflegen strengt an und führt schnell an die Belastungsgrenze. Eine Vorsorgekur oder Reha für pflegende Angehörige kann dabei helfen, dass die Gesundheit langfristig erhalten bleibt. Du hast einen Rechtsanspruch auf diese Vorsorgemaßnahme, wenn Du gesetzlich versichert bist. Die Krankenkasse übernimmt einen Großteil der Kosten.
Vorsorge für Angehörige
Auf den Schultern pflegender Angehöriger lastet ein enormes Gewicht. Pflege belastet körperlich und psychisch. Viele Pflegende leiden daher früher oder später unter Erschöpfung, Schlafstörungen, Rücken- oder Kopfschmerzen. Auch Verdauungsstörungen, psychische Beschwerden oder gar Depressionen können auftreten – insbesondere, wenn Pflegende sich selbst überlasten. Aber nur, wer selbst gesund bleibt, kann sich dauerhaft um jemand anderen kümmern.
Unser Tipp: Höre ehrlich in Dich hinein. Wie erschöpft bist Du? Wie lange kannst Du die Pflege in der Intensität noch leisten? Wenn Du bald nicht mehr kannst, kümmere Dich rechtzeitig um Dich selbst.
Wer hat Anspruch?
Das Sozialgesetzbuch sieht vor, dass Dir als pflegendem Angehörigem regelmäßig Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheit zustehen. Das gilt zumindest für gesetzlich Versicherte. Es gibt zwei Optionen: eine Kur als Vorsorgemaßnahme (§ 23 SGB V) oder eine Reha-Maßnahme, wenn Du bereits Vorerkrankungen hast (§ 40 SGB V).
Grundlage für beides sind
- eine ärztliche Diagnose,
- die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen und
- dass Du als Pflegeperson für diesen Angehörigen (mit)zuständig bist.
Ein Anspruch besteht alle vier Jahre neu.
Gut zu wissen: Der Anspruch auf eine Kur als pflegender Angehöriger besteht auch noch sechs Monate über den Tod der gepflegten Person hinaus. Vielleicht spürst Du das ganze Ausmaß der Erschöpfung erst dann, wenn es eigentlich schon vorbei ist.
Für privat Krankenversicherte gelten andere Regeln. Hier kommt es auf Deinen individuellen Vertrag an.
Das bietet die Kur
Einige Einrichtungen haben spezielle Angebote für pflegende Angehörige. Ziel ist es immer, die Gesundheit der Pflegenden langfristig zu stärken. Dazu brauchen sie zunächst einmal Abstand vom Pflegealltag und müssen zu Kräften kommen.
Vor Ort werden dann zum Beispiel Bewegungs- und Entspannungstherapien, Ernährungsberatung, aber auch Physiotherapie oder psychologische Beratung angeboten. Außerdem gibt es auch praktische Tipps für den Pflegealltag. Die Kur zielt darauf ab, dass Du als pflegende Person die Aufgabe langfristig bewältigen kannst. Dazu gehört, dass Du Dich selbst nicht vernachlässigst. Daher bekommst Du auch Impulse, wie Du Deine Selbstfürsorge im Blick behalten kannst.
Gut zu wissen: Damit Du Dich wirklich in der Kur erholen kannst, ist dafür gesorgt, dass Dein pflegebedürftiger Angehöriger versorgt wird. Ihr habt Anspruch auf Kurzzeit- oder Ersatzpflege. Es gibt auch Einrichtungen, die Euch gemeinsam aufnehmen.
Wie der Antrag auf eine Vorsorgekur genau funktioniert, welche Personen darauf einen Anspruch haben und wie Du Einspruch bei einer Ablehnung erheben kannst, kannst Du im ausführlichen Artikel „Vorsorgekur für Pflegende“ nachlesen.

