Sozialversicherung in der Pflegezeit

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Wenn Du eine Pflegezeit in Anspruch nimmst und währenddessen sehr wenig oder gar nichts verdienst, musst Du Dich selbst um Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung kümmern. Für Privatversicherte gelten Sonderregeln. Sie können unter bestimmten Bedingungen die Pflegezeit allerdings als Chance nutzen, um in die gesetzliche Versicherung zu wechseln. Folgendes solltest Du wissen.

Sozialversicherungen

Für alle Varianten von Pflegezeiten gilt: Wenn Dein Verdienst unter eine bestimmte Grenze fällt, musst Du Dich selbst um Deine Absicherung kümmern. Damit Du nicht plötzlich ohne Krankenversicherung da stehst, solltest Du Dich im Vorhinein genau informieren.

Gut zu wissen: Sofern Du während der Pflegezeit weiterhin mehr als die Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat (Stand: 2026) verdienst, brauchst Du in der Regel nichts weiter zu organisieren. Du bleibst über Deinen Arbeitgeber versichert in der bisherigen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und zahlst nur weniger Beiträge, weil diese ja von Deinem Gehalt abhängen.

Wenn Du weniger als die Minijob-Grenze verdienst oder eine vollständige Auszeit nimmst und (wie die große Mehrheit in Deutschland) gesetzlich versichert bist, dann musst Du Dir Gedanken um Deine Sozialversicherung machen. Es gibt zwei Möglichkeiten: die Familienversicherung und die eigenständige Absicherung.

Familienversicherung

Wenn Du einen gesetzlich versicherten Ehepartner (oder eine Ehepartnerin, das Geschlecht ist egal,) hast, kannst Du Dich für die Pflegezeit familienversichern lassen. Das ist in der Regel unkompliziert mit einem Online-Formular von der entsprechenden Krankenkasse möglich. Für die Pflegezeit bist Du dann kostenlos in der Kranken- und Pflegekasse des Partners mitversichert.

Gut zu wissen: Falls Ihr bisher verschiedene Krankenkassen hattet, kannst Du Deine Kasse und eventuell angesammelte Prämienpunkte leider nicht behalten, sondern musst wechseln. Nimmst Du später Deine Berufstätigkeit wieder auf, dann zahlst Du wieder automatisch über den Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge und kannst auch wieder frei eine Krankenversicherung mit angeschlossener Pflegeversicherung wählen.

Eigenständige Absicherung

Wenn Du nicht verheiratet bist, wenn Dein Partner privat versichert ist oder wenn Du schlicht Deine Krankenversicherung behalten möchtest, dann musst Du Dich rechtzeitig um eine eigenständige Absicherung kümmern. Das ist verpflichtend für die Kranken- und Pflegeversicherung. Den entsprechenden Antrag erhältst Du von der Versicherung deiner Wahl.

Ob Du in die Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlen musst oder darfst, hängt vom Gehalt ab. Lass Dich hierzu am besten beraten, etwa beim Pflegezeit-Telefon des Bundes unter 030 / 2017 91 31 oder beim Pflegetelefon der Johanniter-Unfall-Hilfe unter 030 / 816 901 6639.

Gut zu wissen: Die Pflegeversicherung Deines Angehörigen beteiligt sich unter bestimmten Voraussetzungen an den Kosten für Sozialbeiträge. Dafür ist ein separater Antrag notwendig.

Wenn Du Dich eigenständig versicherst, musst Du den Mindestbeitrag bezahlen, auch wenn Du kein Einkommen hast. Dieser beträgt im Jahr 2026 etwas mehr als 220 Euro pro Monat – je nach Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Hinzu kommt der Beitrag für die Pflegekasse von um die 50 Euro pro Monat – je nach Familienstand. Kinderlose zahlen mehr, Eltern erhalten pro Kind einen Rabatt.

Gut zu wissen: Unter bestimmten Umständen können sich pflegende Angehörige kostenlos in der gesetzlichen Unfallkasse versichern lassen und zusätzliche Rentenpunkte für die Zeit der Pflege sammeln.

Privat versichert

Wenn Du bisher privat versichert bist, rutschst Du durch die Pflegezeit womöglich unter die Beitragsbemessungsgrenze. Du kannst Dich dann von der Versicherungspflicht befreien lassen, um privat versichert zu bleiben – auch wenn Du vorübergehend weniger oder gar nichts verdienst. Das muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht passieren.

Unser Tipp: Die Pflegezeit ist unter bestimmten Bedingungen eine der wenigen Möglichkeiten, von einer privaten in die gesetzliche Versicherung zurückzuwechseln. Falls Du diese Option hast, lass Dich am besten beraten, ob Du diese Chance nutzen willst. Mit höherem Alter ist eine gesetzliche Absicherung, eventuell ergänzt um private Zusatzversicherungen, immer deutlich günstiger als eine reine Privatversicherung.

Du möchtest Dich über die Details zu Pflegezeiten informieren? Dann lies unseren ausführlichen Themenartikel zu "Pflegezeiten".