Mobiler Hausnotruf: Hilfe per Knopfdruck auch unterwegs

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Wenn Pflegebedürftige grundsätzlich noch allein leben können, kann ein Hausnotrufsystem ein Stück Sicherheit geben. Bei unvorhergesehenen Ereignissen wie etwa bei plötzlich auftretenden Gesundheitsproblemen oder einem Sturz kommt schnell Hilfe, einfach auf Kopfdruck. Es gibt auch mobile Systeme, die auch außerhalb der unmittelbaren Umgebung des Zuhauses funktionieren. Insbesondere bei Demenz sind diese Systemvarianten hilfreich, denn sie können den Pflegebedürftigen anhand des GPS-Signals orten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein mobiler Hausnotruf funktioniert auch unterwegs.
  • Per Knopfdruck kann unterwegs Hilfe gerufen werden - ohne mühsam das Handy rausholen zu müssen.
  • Auf Wunsch wird der Standort per GPS-Signal an Rettungskräfte gesendet.
  • Ein mobiler Hausnotruf eignet sich vor allem für Pflegebedürftige, die sturzgefährdet sind, unter Kreislaufproblemen leiden oder öfter mal orientierungslos sind.

Sicher unterwegs

Manche fühlen sich vielleicht in den eigenen vier Wänden noch recht sicher, aber nicht mehr, wenn sie das Haus verlassen, etwa für einen Spaziergang oder zum Einkaufen. In diesen Fällen können mobile Hausnotrufsysteme sinnvoll sein. Die bieten auch außerhalb des häuslichen Umfelds Sicherheit für unterwegs.

Ein mobiles Hausnotrufsystem kann für Deinen zu pflegenden Angehörigen besonders dann sinnvoll sein, wenn:

  • er immer mal alleine unterwegs ist,
  • ihm häufiger schwindelig ist oder er Probleme mit dem Gleichgewicht hat,
  • er sich oft schwach fühlt oder wackelig auf den Beinen ist,
  • er Bedenken hat zu stürzen,
  • er unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leidet oder sogar schon einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte,
  • er unsicher ist, etwa aufgrund einer chronischen Erkrankung oder nach einer schweren Operation,
  • er unter Demenz und / oder Orientierungslosigkeit leidet.

Gut zu wissen: Ein falscher Alarm mag vielleicht ein wenig peinlich sein, ist aber in der Regel weder ein Problem noch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Also: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig drücken.

Mobile Systeme

Während stationäre Systeme ausschließlich in der unmittelbaren Umgebung des häuslichen Umfelds funktionieren, greifen mobile Varianten auch unterwegs. Sie arbeiten mit einer Art SIM-Karte, ähnlich wie ein Smartphone. Mobile Systeme haben den Vorteil, dass sie zusätzlich einen GPS-Sender haben, sodass die Rettungskräfte schnell bei Deinem Angehörigen sein können. Manche Modelle kombinieren auch stationäre und mobile Systeme.

Grundsätzlich arbeiten alle Systeme auch, ohne dass eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale vorhanden ist. Im Notfall wird vom System dann eine Liste der von Euch angegebenen Angehörigen, Freunden oder Nachbarn abtelefoniert oder eine Nachricht per SMS, Messengerdienst oder über eine App geschickt. Geht der Hilferuf an eine Notrufzentrale, entscheiden die Mitarbeiter, ob sie den Rettungsdienst informieren oder alternativ zum Beispiel Dich oder einen Nachbarn anrufen, der zu Hilfe kommen kann. Für den Fall, dass Dein Angehöriger nicht mehr reden kann, wird auf jeden Fall ein Rettungsteam geschickt.

Vorteile gegenüber dem Handy

Ein mobiles Hausnotrufsystem ist einem Handy in mehrerer Hinsicht überlegen. Man muss nicht fürchten, dass das Gerät ausgerechnet im entscheidenden Moment noch daheim liegt oder unerreichbar tief in einer Tasche vergraben ist oder der Akku schlapp macht. Der Knopf samt kleinem Funksender ist stets griffbereit, denn er wird permanent als Armband oder Halskette getragen. Außerdem muss Dein Angehöriger im Bedarfsfall nicht mehrere Schritte am Bildschirm vollziehen, um einen Notruf abzusetzen, sondern lediglich den schlichten, großen Knopf drücken.

Bei Demenz

Mobile Systemvarianten können insbesondere für Menschen mit Demenz sinnvoll sein. Betroffene mögen vielleicht nicht mehr verstehen, dass sie in einer Notlage den Knopf drücken müssen. Aber für den Fall, dass sie sich verwirrt von Zuhause entfernen und nicht mehr zurückfinden, können sie anhand des GPS-Signals geortet werden.

Kosten und Kostenübernahme

Die monatlichen Kosten für ein Hausnotruf-Basispaket belaufen sich in der Regel auf 25,50 Euro. Es umfasst die Bereitstellung von Basisstation und Notrufgerät. Zusätzliche Leistungen wie das Mobilpaket, aber auch zum Beispiel Sturzmelder oder Bewegungssensoren, werden extra berechnet. Je nach Anbieter erfolgt das individuell oder auch über Paketpreise. Für die Einrichtung erheben Dienste außerdem meist eine einmalige Anschlussgebühr. Bei den Johannitern sind das beispielsweise 49 Euro.

Unter bestimmten Voraussetzungen bezuschusst die Pflegekasse die Kosten eines Hausnotrufsystems. Es muss ein Pflegegrad vorliegen und aufgrund des Gesundheitszustandes jederzeit mit einer Notlage zu rechnen sein. Dein Angehöriger muss außerdem allein leben oder zumindest den größten Teil des Tages auf sich gestellt sein. Die Pflegekasse übernimmt dann in der Regel die Kosten für das Basispaket, welches die Bereitstellung von Basisstation und Notrufgerät umfasst. Gebuchte Zusatzleistungen müssen in der Regel selbst bezahlt werden.

Gut zu wissen: Bei geringem Einkommen kann es Zuschüsse vom Sozialamt geben.

Ein Stück Sicherheit

Die absolute Sicherheit gibt es nicht. Es wird immer eine kleine Restunsicherheit, bleiben, denn niemand kann garantieren, dass Pflegebedürftige den Knopf auch tatsächlich drücken, wenn sie Hilfe brauchen. Dennoch gewährt Euch ein mobiles Hausnotrufsystem, gegebenenfalls mit individuell angepassten Zusatzleistungen, ein großes Stück Sicherheit, nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch unterwegs.

Hausnotruf buchen

Wenn Du einen Hausnotruf für zuhause und unterwegs buchen möchtest, kannst Du das direkt hier in der App tun. Wähle "Buchung: Hausnotruf" aus. Dann wirst Du zum Angebot der Johanniter-Unfall-Hilfe weitergeleitet.

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