Badezimmer umbauen
Das Badezimmer ist vermutlich nicht der Raum, in dem Ihr die meiste Zeit verbringt. Aber für gewöhnlich beginnt und endet jeder Tag im Bad. Umso wichtiger, dass alles reibungslos läuft. Der Umbau des Badezimmers ist zwar meist mit großem Aufwand verbunden, bringt aber auch enorme Vorteile für ein weiterhin möglichst selbstbestimmtes Leben in den gewohnten vier Wänden.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt einige Umbaumaßnahmen, die mehr Sicherheit und Komfort ins Badezimmer bringen.
- Mit passenden Umbauten ist häufig länger ein selbstbestimmtes Leben in den bekannten vier Wänden möglich.
- Gute Umbauten entlasten auch Dich als Pflegeperson.
- Liegt mindestens Pflegegrad 1 vor, zahlt die Pflegeversicherung bis zu 4180 € für eine "wohnumfeldverbessernde Maßnahme".
- Umbau und Zuschuss musst Du nicht allein organisieren. Die Pflegewächter unterstützen Euch, finden einen zuverlässigen Handwerksbetrieb und helfen beim Antrag des Pflegekassen-Zuschusses.
Sicherheit im Bad
Bei Pflegebedarf wird das Badezimmer schnell zu dem Ort im eigenen Zuhause, bei dem Ihr im Alltag die ersten Hürden bemerkt: Die Duschwanne hat einen unbequem hohen Einstieg oder es gibt sogar nur eine Badewanne. Die Toilette ist etwas zu niedrig, um bequem und sicher wieder aufstehen zu können. Die Fliesen sind eher rutschig. Es gibt zu wenige Möglichkeiten, sicheren Halt zu finden. Die wenigsten gängigen Badezimmer erlauben einen reibungslosen Pflegealltag.
Daher ist der Umbau des Badezimmers häufig irgendwann nötig und sinnvoll. Wir zählen Euch die wichtigsten Elemente für ein Badezimmer auf, das den Pflegealltag deutlich erleichtert:
Umbau von Wanne zu Dusche
Die beliebteste Umbaumaßnahme besteht darin, anstelle der Wanne eine barrierefreie Dusche einzubauen. Die Vorteile auf einen Blick:
- Die Nutzung des bestehenden Wannenraums bedeutet wenig baulichen Aufwand.
- Eine ebenerdige, schwellenlose Duschwanne oder bodengleiche Dusche ist möglich.
- Ein rutschfester Bodenbelag und Haltegriffe geben Sicherheit.
- Der Umbau ist anpassbar an die individuelle Körpergröße und den Bewegungsradius.
Wannentür
Eine nachträglich in die vorhandene Badewanne eingebaute Wannentür ist eine sichere Lösung für alle, die ihre Badewanne behalten möchten. Die Vorteile auf einen Blick:
- deutlich reduzierte Einstiegshöhe für mehr Sicherheit und Komfort
- kein Komplett-Umbau nötig
- schneller Einbau – bereits am nächsten Tag wieder nutzbar
- 100-prozentig wasserdicht
- in der Regel für jeden Wannentyp geeignet und mit jeder Duschabtrennung kombinierbar
- ab Pflegegrad 1 vollständig über den Zuschuss der Pflegekasse finanzierbar
Barrierefreie Dusche
Wer von Grund auf ein sicheres Badezimmer gestalten möchten, sollte beim Neubau eine barrierefreie Dusche planen. Wichtig dabei sind:
- ebenerdiger, schwellenloser Einstieg - kein Stolpern, kein Heben
- rutschfester Boden für maximale Sicherheit
- gut erreichbare Armaturen, angepasst an eingeschränkte Beweglichkeit
- optional: Duschsitz und Haltegriffe für noch mehr Sicherheit
Ein großer Vorteil: Wer neu plant, kann Größe und Design nach den individuellen Wünschen gestalten.
Barrierefreies WC
Das WC barrierefrei zu gestalten, bringt Komfort und Sicherheit an einem der meistgenutzten Orte im Bad. Die Vorteile auf einen Blick:
- WC-Höhe individuell abgestimmt auf Körpergröße und Beweglichkeit
- Haltegriffe und Stützklappgriffe für sicheres Aufstehen und Hinsetzen
- ausreichend Bewegungsraum rund ums WC
- wandhängendes WC erleichtert die Pflege und schafft Unterfahrmöglichkeit für einen Rollstuhl
Barrierefreies Waschbecken
Der Einbau eines barrierefreien Waschbeckens eröffnet die Möglichkeit, viele Alltagsaktivitäten weiterhin selbstständig und sicher durchführen zu können. Die Vorteile auf einen Blick:
- unterfahrbar für Rollstuhl- und Rollatornutzer
- an den persönlichen Bedarf angepasste Einbauhöhe oder sogar ein höhenverstellbares Waschbecken
- flache Bautiefe und ergonomische Armaturen
- isolierte Heißwasserzuleitungen zum Schutz vor Verbrennungen
Sonstiges
Weitere Faktoren, die für mehr Komfort und Sicherheit im Badezimmer sorgen:
- rutschfeste Bodenbeläge im gesamten Badezimmer
- Haltegriffe an Wanne, Dusche, WC und Waschbecken
- Türverbreiterung für Rollstuhl- und Rollatornutzer
- Sitzgelegenheiten und Klappsitze
- Beleuchtung und deutlichere Kontraste für sehbeeinträchtigte Personen
Während des Umbaus
Wenn Ihr über einen Umbau des Badezimmers nachdenkt, stellt sich natürlich sofort die Frage, wie das Leben während der Umbau-Maßnahmen funktionieren soll. Sofern nur Kleinigkeiten anfallen, lässt sich die Anwesenheit der Handwerker meist gut planen und ins Leben integrieren. Doch was ist, wenn das ganze Bad umgestaltet werden soll? Hier gibt es im Grunde genommen drei Optionen:
- Dein Angehöriger zieht in der Zwischenzeit zu Dir.
- Dein Angehöriger verreist - wahlweise in den Urlaub oder zum Beispiel zu einer Reha-Maßnahme.
- Dein Angehöriger nimmt einen Platz für Kurzzeitpflege in Anspruch, zieht also vorübergehend in ein Pflegeheim.
Gut zu wissen: Die Pflegeversicherung zahlt jährlich bis zu 3539 Euro für Pflegekosten, die Deinem Angehörigen in der Kurzzeitpflege entstehen. Details kannst Du im Artikel "Entlastungsbudget: Kurzzeit- und Verhinderungspflege" nachlesen.
Unterstützung
Ein Umbau bringt mehr Komfort und vor allem Sicherheit, ist allerdings auch aufwändig. Die gute Nachricht: Ihr müsst das nicht allein stemmen. Bei den Pflegewächtern kommt alles aus einer Hand und sie nehmen Euch viel Arbeit ab. Sie suchen nicht nur einen Handwerksbetrieb in Eurer Nähe, sondern kümmern sich auch um die Formalitäten zu finanziellen Zuschüssen.
Gut zu wissen: Liegt mindestens Pflegegrad 1 vor, sind die genannten Umbauten grundsätzlich über den Pflegekassen-Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4180 € pro Maßnahme förderfähig.
