Leistungen in Pflegegrad 1
In Pflegegrad 1 finanziert die Pflegeversicherung bestimmte Basisleistungen. Sie sollen vor allem Alltagshilfen ermöglichen, die im besten Fall sowohl Deinem Angehörigen als auch Dir den Alltag etwas erleichtern. Erfahre hier, was das konkret bedeutet und wie Ihr die Unterstützung erhalten könnt.
Das Wichtigste in Kürze
- In Pflegegrad 1 finanziert die Pflegeversicherung nur Basisleistungen.
- Dazu gehören jeden Monat: Entlastungsbetrag, Hausnotruf, Hilfsmittel, WG-Zuschuss.
- Bei Bedarf gibt es weitere Zuschüsse, etwa für Umbaumaßnahmen, die die Pflege erleichtern.
- Pflegegeld und -sachleistungen sowie weitere Leistungen gibt es erst ab Pflegegrad 2.
Basisleistungen für alle
Diese Leistungen können alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 nutzen. Es gibt monatliche Leistungen und Extras bei Bedarf auf Antrag.
Zu den monatlich möglichen Basisleistungen der Pflegeversicherung gehören:
- Entlastungsbetrag: 131 Euro
- Hausnotruf: 27 Euro
- Zuschuss zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel: 42 Euro
- Zuschlag für ambulant betreute Wohngruppen: 224 Euro
Über alle Leistungen kannst Du Dich noch genauer in separaten Artikeln informieren. Sie sind unten verlinkt. Bereits hier kannst Du kurz zusammengefasst die wichtigsten Infos lesen.
Entlastungsbetrag
Für eine schnelle Entlastung ist wichtig zu wissen: Der Entlastungsbetrag wird nicht pauschal ausbezahlt, sondern Pflegebedürftige können ihn nutzen, um damit die Arbeit von anerkannten Hilfsdiensten zu finanzieren. Entweder reicht Dein Angehöriger die bezahlte Rechnung ein und lässt sich den Betrag erstatten. Oder ein anerkannter Dienstleister wie beispielsweise ein Putz- oder Hilfsdienst rechnet bis zu 131 Euro an Kosten pro Monat direkt mit der Pflegekasse ab. Dein zu pflegender Angehöriger muss dazu nur einmal die Erlaubnis erteilen.
Einen passenden Dienst, der mit der Pflegeversicherung zusammenarbeitet, findet Ihr beispielsweise über den Pflegelotsen. Klick auf Pflegeeinrichtungen, Betreuungsangebote und Hilfe im Haushalt, dann kannst Du nach Bedarf filtern. Die einzelnen Bundesländer bieten außerdem größtenteils eigene Online-Suchen an.
Hausnotruf
Ein Hausnotruf ist die wohl wichtigste technische Unterstützung für Pflegebedürftige - vor allem, wenn sie allein leben. Ein Notrufknopf, als Kette, Armband oder Brosche getragen, wasserdicht und stabil, wird vom Anbieter mit der Telefonanlage verbunden. Wird der Knopf gedrückt, etwa weil die pflegebedürftige Person gestürzt ist und nicht mehr allein aufstehen kann, wird sie sofort mit einem Mitarbeiter der Notruf-Zentrale verbunden. Diese ist 24 Stunden am Tag besetzt und kann die nötige Hilfe organisieren, Dich als Angehörige oder etwa eine Nachbarin informieren, die einen Schlüssel hat, oder einen Rettungswagen schicken.
Gut zu wissen: Einen Hausnotruf kannst Du direkt hier in der App anfragen. Den Link findest Du am Ende des Artikels.
Pflegehilfsmittel
Ebenfalls hilfreich ist es, dass die Versicherung bestimmte Pflegehilfsmittel mitfinanziert, die man immer wieder braucht. Dazu gehören etwa Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe oder Masken. Um diese Dinge nicht ständig neu kaufen und die Rechnungen einschicken zu müssen, können sich zumindest gesetzlich Versicherte das Leben erleichtern und eine sogenannte Hilfsmittelbox bestellen. Anbieter wie unser Partner SANIMED schicken dann monatlich eine individuell bestückte Box mit Pflegehilfsmitteln zu und rechnen direkt mit der zuständigen Kasse ab. Das spart Zeit und Nerven.
Zusatzleistungen für zu Hause
Bei Bedarf finanziert die Pflegeversicherung weitere Sonderleistungen. Den Bedarf müsst Ihr nachweisen. Dazu gehören:
- technische Hilfsmittel: Die Kosten werden bis auf einen Eigenanteil von 10 % oder maximal 25 Euro pro Hilfsmittel übernommen.
- Anschubfinanzierung Pflege-WG: bis zu 2613 Euro pro Person.
- Zuschuss zu Umbauten: bis zu 4180 Euro pro Maßnahme, die die häusliche Pflege verbessert oder überhaupt ermöglicht.
Gut zu wissen: Wenn Haus oder Wohnung angepasst werden, ist es für Pflegebedürftige viel leichter, zu Hause wohnen zu bleiben. Auch für Dich ist das angenehmer für die Pflege, sodass Du mehr Energie für die eigentliche Unterstützung hast und Dich nicht mit unnötigen Problemen herumschlagen musst.
