Übersicht: Wohnumfeld verbessern
Ohne Schwellen zwischen den Räumen fährt der Rollator viel leichter durchs Zuhause. Und in der ebenerdigen Dusche mit Duschhocker gelingt die Körperpflege deutlich leichter als mit aufwendigem Einstieg in die Badewanne. Entsprechende Umbaumaßnahmen kosten Geld, erleichtern die Pflege aber deutlich. Deshalb bezuschusst die Pflegeversicherung Umbauten, die das Wohnumfeld verbessern, in allen Pflegegraden mit bis zu 4180 Euro.
Alles wie früher?
Egal, ob Wohnung oder Haus – vielleicht sieht auch in den vier Wänden Deiner Eltern vieles genauso aus wie vor 20 oder 30 Jahren. Möglicherweise ist einiges sogar noch fast so wie in Deiner Kindheit. Das ist häufig der Fall. Denn die Generation der heute Über-80-Jährigen ist in der Regel nur selten umgezogen. Die Wohnungen oder Häuser sind für die Ewigkeit eingerichtet. Mit zunehmendem Pflegebedarf kann das zum Problem werden, wenn die Einrichtung nicht mehr zu veränderten Bedürfnissen und zur neuen Lebensrealität passt.
Es muss sich was ändern!
In vielen solchen Fällen wären Pflege und Versorgung deutlich leichter, wenn man ein paar Dinge umbauen würde. So einige Senioren tun sich aber etwas schwer damit. Viele scheuen Aufwand, Dreck und hohe Kosten, die mit Umbauten verbunden sind. Zumindest in Bezug auf die Kosten hilft die Pflegeversicherung.
Unser Tipp: Die Pflegewächter helfen dabei, eine Fachfirma für den Umbau zu finden.
Zuschuss ab Pflegegrad 1
Sobald ein Pflegegrad vorliegt, bezuschusst die Versicherung nötige Umbauten. Im Sozialgesetzbuch XI, § 40, heißt es: Den Zuschuss gibt es für Maßnahmen, „wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird.“
Schlau kombinieren
Pro Person und Maßnahme könnt Ihr bis zu 4180 Euro Zuschuss erhalten. Wenn also laut Bericht des Medizinischen Dienstes jetzt eine ebenerdige Dusche nötig wird, könnt Ihr jetzt dafür den Zuschuss beantragen. Und wenn später noch die Türen verbreitert und Schwellen abgebaut werden müssen, damit ein Rollator überall durchpasst, könnt Ihr später einen weiteren Zuschuss bekommen.
Gut zu wissen: Leben mehrere Pflegebedürftige zusammen, können sie auch ihre Zuschüsse zusammenlegen. Beispielsweise könnten Deine Eltern, wenn beide einen Pflegegrad haben, bis zu 8360 Euro als Zuschuss für den gemeinsamen Wohnraum erhalten.
Antrag und Fristen
Um den Zuschuss zu erhalten, solltet Ihr Euch an folgenden Ablauf halten:
- Bedarf klären: Überlegt, was Ihr braucht. Lasst Euch das begründen, etwa durch den Medizinischen Dienst oder die Hausarztpraxis.
- Kostenvoranschlag einholen: Lasst die voraussichtlichen Kosten durch einen Handwerksbetrieb schätzen und Euch schriftlich in einem Kostenvoranschlag aushändigen.
- Antrag stellen: Reicht bei der Pflegeversicherung einen Antrag auf „Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ ein. Schickt den Kostenvoranschlag mit.
- Genehmigung abwarten: Innerhalb von drei Wochen muss die Versicherung antworten. Die Frist verlängert sich auf fünf Wochen, wenn für die Entscheidung ein medizinisches Gutachten notwendig ist.
- Umbauten durchführen lassen: Nach der Genehmigung können die Handwerker starten.
- Rechnungen einreichen: Nach Abschluss schickt Ihr die Rechnung an die Versicherung und erhaltet den vereinbarten Zuschuss.
Du willst es genauer wissen und konkrete Tipps erhalten, welche Umbauten helfen? Dann lies unseren ausführlicheren Themenartikel "Umbauten mitfinanzieren lassen".
