Technische Hilfsmittel

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Im Alter fallen alltägliche Handgriffe zunehmend schwerer, das Laufen wird häufig unsicherer, Hör- und Sehkraft lassen nach. Vieles davon lässt sich mit technischen Hilfsmitteln zumindest ein wenig ausgleichen. So kann Dein zu versorgender Angehöriger ein Stück Selbstständigkeit zurückgewinnen und Dir erleichtert es die Pflege.

Das Wichtigste in Kürze

  • Technische Hilfen ermöglichen mehr Selbstbestimmung für Pflegebedürftige und erleichtern die Pflege.
  • Auch kleine und günstige Helfer können mehr Selbstständigkeit bringen.
  • An vielen Hilfsmitteln beteiligt sich die Kranken- oder die Pflegeversicherung auf Antrag.

Ihr interessiert Euch eher für digitale Hilfsmittel, die sich per App steuern lassen oder automatisch funktionieren? Details dazu erfährst Du in unserem Artikel "Digitale Pflegehilfsmittel".

Größere Hilfen

Es existieren hunderte technische Hilfsmittel, die Deinem Angehörigen den Alltag einfacher machen und Dir die Pflege erleichtern können. Einige der wichtigsten sind:

  • Rollator
  • Rollstuhl
  • Pflegebett
  • Haltegriffe
  • Aufstehhilfen
  • besondere Sitze
  • Saugroboter
  • Hausnotruf
  • Treppenlift
  • Badewannenlift

Manche davon habt Ihr vielleicht bereits im Einsatz. Viele Hilfsmittel gibt es in unterschiedlicher Ausführung - teils mit Extra-Zubehör. Für Euch ist wichtig herauszufinden, welche Produkte in welcher Variante Deinem zu versorgenden Angehörigen möglichst große Erleichterung im Alltag bringen.

Beispiel: Pflegebett

Ein Pflegebett beispielsweise kann recht einfach ausgestattet sein. Über die motorisierte Standardausführung hinaus sind aber noch viele weitere Funktionen denkbar, darunter:

  • Aufstehhilfe oder sogar eine Drehfunktion für leichteres Aufstehen
  • Unterbettbeleuchtung für mehr Sicherheit in der Nacht
  • Sturzalarm an der Bettkante
  • Sperrfunktion gegen versehentliche Bedienung

Gut zu wissen: Falls nötig, lässt sich spezielles Zubehör häufig unkompliziert nachrüsten.

Kostenübernahme

Zahlreiche Hilfsmittel bezahlt die gesetzliche Krankenkasse. Falls sie die Kosten nicht übernimmt, macht das eventuell die Pflegekasse. Es lohnt sich, bei beiden zu fragen, denn sie verfolgen unterschiedliche Ansätze. Die Krankenkasse übernimmt alles, was heilt oder Erkrankungen abmildert. Die Pflegekasse unterstützt auch Alltagserleichterungen.

Die Pflegekasse verleiht auch vieles, in der Regel kostenlos. Das kennt Ihr vielleicht vom Rollator. Normalerweise laufen Verleih und Beratung über ein Sanitätshaus. Wenn Ihr Euch dafür interessiert, fragt bei der zuständigen Pflegeversicherung nach Anbietern in der Umgebung Deines Angehörigen.

Antrag stellen

In allen Fällen gilt: Wenn die Kasse etwas finanzieren soll, braucht Dein Angehöriger eine ärztliche Verordnung oder eine verbindliche Empfehlung einer Pflegefachkraft. Diese muss er zügig bei der Kasse einreichen und das nötige Hilfsmittel beantragen. Eine ärztliche Verordnung ist 28 Tage gültig, eine verbindliche Empfehlung nur 14 Tage.

Gut zu wissen: Wenn bei der Begutachtung ein Bedarf für ein Hilfsmittel eingetragen wird, gilt das auch ans Antrag.

Die Versicherung hat dann 21 Tage Zeit, den Antrag zu bearbeiten. Falls sie ein Gutachten in Auftrag gibt, das prüfen soll, ob das Pflegehilfsmittel wirklich notwendig ist, verlängert sich die Frist auf fünf Wochen. Spätestens dann wird das Hilfsmittel in der Regel bewilligt und Ihr könnt es besorgen. Sollte es abgelehnt werden, kann Dein Angehöriger Widerspruch einlegen. Details müssen im Ablehnungsbescheid stehen.

Kleine Alltagshelfer

Es muss nicht immer etwas Großes sein. Wenn alltägliche Handgriffe schwerer werden, können zahlreiche kleine Helfer das Leben erleichtern – von beleuchteter Leselupe über Spielkartenhalter bis zum Deckelöffner. Informiert Euch, was es alles gibt.

Beispiel: Greifhilfen

Häufig wird das Greifen irgendwann zum Problem, wegen nachlassender Kraft in den Händen oder Versteifungen in den Fingern. Als Ausgleich steht eine Vielzahl an Greifhilfen zur Verfügung, etwa:

  • Greifzange
  • Türgriffverlängerung
  • Universalgriff für Drehknöpfe
  • Deckelöffner
  • Griffverdickungen für Besteck oder Stifte
  • Schlüsseldrehhilfen
  • Strumpfanzieher
  • Spielkartenhalter

Beispiel: Aufstehhilfen

Viele Senioren können nicht mehr gut aufstehen. Fürs leichtere Hochkommen gibt es sogenannte Aufstehhilfen, die durch einen Katapultmechanismus mit sanftem Schwung auf die Beine helfen. Die mobilen Sitzauflagen funktionieren auf Knopfdruck mit einer Gasdruckfeder oder einem Motor.

Beispiel: Drehsitz

Ebenfalls ein Game-Changer können Drehsitze sein, auch Drehkissen genannt. Diese kleinen Auflagen bestehen aus zwei Teilen, die sich übereinander drehen können. Zum Beispiel auf den Beifahrersitz gelegt, erleichtert ein solcher Drehsitz das Ein- und Aussteigen ungemein.

Verschreibung möglich

Viele dieser kleinen Alltagshelfer sind auch im Hilfsmittelkatalog der Krankenkassen aufgelistet. Die meisten sind aber so günstig, dass Ihr nichts spart, denn die Zuzahlung von 10 Euro ist fast identisch mit dem Anschaffungspreis.

Unser Tipp: Wenn Dein Angehöriger sich mehrere Helferlein gleichzeitig verschreiben lässt, fällt meist nur eine Zuzahlung an und den Rest bezahlt die Kasse.

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