Übersicht: Pflegetagebuch
Im Pflegealltag verstreicht Zeit häufig viel schneller als gedacht. Zum Teil weißt Du vielleicht gar nicht, wo sie geblieben ist. Daher ist es wichtig, Deinen Zeitaufwand zumindest phasenweise gewissenhaft zu dokumentieren. Besonders entscheidend ist das, wenn demnächst eine Begutachtung ansteht. Am besten geht das mit einem Pflegetagebuch.
Hilfreiche Dokumentation
Im Pflegealltag können sich viele kleine Handgriffe schnell aufsummieren und schon ist wieder eine Stunde vergangen. Um Deinen Zeitaufwand besser im Blick zu haben, solltest Du ihn in einem Pflegetagebuch dokumentieren. Das ist besonders wichtig, wenn der Besuch zur Begutachtung für die Einstufung in einen Pflegegrad bald ansteht.
Das Führen eines Pflegetagebuchs ist zwar nicht mehr Pflicht, um einen Antrag auf einen Pflegegrad zu stellen. Es hilft aber, den Umfang des Unterstützungsbedarfs im Alltag festzuhalten und zu verdeutlichen. Die Fachkraft, die die Begutachtung macht, erhält mit Hilfe Deiner Dokumentation einen konkreten Überblick, wie viel Zeit die einzelnen Pflegetätigkeiten in Anspruch nehmen. So kann sie die Situation realistischer einschätzen und ihr Eindruck beruht nicht allein auf der Tagesform Deines Angehörigen beim Termin.
Praktische Tipps
Führe das Pflegetagebuch mindestens über einen Zeitraum von zwei Wochen. Wenn Dein zu pflegender Angehöriger mal gute, mal weniger gute Tage oder Momente hat oder wenn dementielle Beeinträchtigungen auftreten, variiert der Pflegeaufwand stark. Dann ist eine realistische Einschätzung schwieriger und das Pflegetagebuch besonders hilfreich. In diesem Fall solltest Du Deine Arbeit besser vier Wochen oder länger notieren. Aufwand, Auffälligkeiten und herausfordernde Situationen im Alltag sind so besser zu belegen.
Notiere die jeweilige Pflegetätigkeit sowie die ungefähre Dauer in Minuten. Halte außerdem fest, in welchem Ausmaß Dein Angehöriger in den einzelnen Dingen Hilfe benötigt. Zu den klassischen Bereichen, die das Pflegetagebuch unbedingt umfassen sollte, gehören:
- Körperpflege
- Essen und Trinken
- Medikamenten-Einnahme
- Haushaltsführung und andere Alltagstätigkeiten
- Freizeitgestaltung
- Mobilität
- gegebenenfalls besonders herausfordernde Situationen
Vergiss nicht, auch die persönlichen Daten Deines Angehörigen einzutragen. Sei mit allen Angaben ehrlich und gewissenhaft und beschönige nichts. Lass Kleinigkeiten und vermeintlich banale Handgriffe nicht aus und erwähne alle Hilfsmittel, die für den Alltag nötig sind.
Logbuch nutzen
Du kannst das Pflegetagebuch gemeinsam mit Deinem zu pflegenden Angehörigen führen, wenn er das möchte, und auch andere an der Pflege Beteiligte sollten ihren Aufwand dokumentieren. Vorlagen findest Du im Internet an zahlreichen Stellen, zum Beispiel bei den Pflegekassen, bei Sozialverbänden und auf Pflegeportalen. Manche orientieren sich an den einzelnen Modulen des aktuellen Bewertungssystems für die Begutachtung, was effektiv bei der Vorbereitung auf den Begutachtungstermin hilft.
Gleich hier in der App kannst Du Dir ebenfalls Notizen machen, wenn Du das Logbuch nutzt. Dort ist alles datensicher verwahrt und Du kannst die Informationen mit weiteren Pflegenden teilen, wenn Ihr Eure Konten verknüpft. Du findest das Logbuch ganz unten rechts.
Ausführlichere Informationen rund ums Pflegetagebuch kannst Du in unserem Artikel "So hilft ein Pflegetagebuch" nachlesen.
