Herbstblues: Tipps gegen bedrückende Stimmung
Im Herbst geht es vielen Menschen so, dass ihre Stimmung sich einem Tiefpunkt zuneigt. Spätestens, wenn der goldene Oktober vorbei und der häufig eher triste November da ist, leiden viele unter dem sogenannten Herbstblues. Der verschwindet für gewöhnlich nach recht kurzer Zeit von selbst wieder. Dennoch haben wir ein paar Tipps und Tricks, mit denen Du Deinem zu pflegenden Angehörigen vielleicht doch ein wenig schneller wieder zu besserer Laune verhelfen kannst.
Trist und grau
Die Tage werden kürzer, die Sonnenstrahlen weniger und das Wetter zunehmend ungemütlich. Das Grün der Blätter verschwindet und an seine Stelle treten die typischen Herbstfarben: Orange, Gelb und Rot. Doch spätestens, wenn das bunte Blattwerk zu Boden gefallen ist und die Äste kahl gen Himmel ragen, wird es draußen eher trist und grau, zumal sich die Sonne immer weniger blicken lässt. Nebel und Regen tun ihr Übriges.
Den Spätherbst empfinden viele Menschen daher als bedrückend. Insbesondere der November macht vielen stimmungsmäßig zu schaffen. Falls Dein zu pflegender Angehöriger ebenfalls unter diesem sogenannten Herbstblues leidet oder es Dir selbst so geht, haben wir ein paar Tipps für Euch, um dem entgegenzuwirken.
Ursachen
Was genau überhaupt zum Herbstblues führt, ist bislang nicht vollständig geklärt. Eine zentrale Rolle spielt sehr wahrscheinlich, dass wir aufgrund der immer kürzeren Tage und des meist schlechteren Wetters weniger Tageslicht abbekommen. Mit dem Lichtmangel geht einerseits eine verstärkte Produktion des Schlafhormons Melatonin einher. Andererseits wird die Produktion des Glückshormons Serotonin vermindert und auch weniger Vitamin D gebildet. Die Folge können unter anderem erhöhte Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit sein.
Eine weitere Theorie besagt: Saisonal bedingte Stimmungswandel, zu denen auch Winterdepression und Frühjahrsmüdigkeit gehören, könnten Überbleibsel von Winterruhe oder Winterschlaf sein. Eine solche Ruheperiode legen viele Säugetiere in der kalten Jahreszeit ein, um mit wenig Nährstoffangebot in der Natur Energie zu sparen. Für den Menschen von heute ist das allerdings nicht mehr überlebenswichtig. Für diese Theorie spricht auch die Tatsache, dass der klassische Herbstblues gerne mit Heißhungerattacken auf Kalorienreiches einhergeht sowie mit Gewichtszunahme und einem erhöhten Schlafbedürfnis. Man neigt also dazu, sich Winterspeck anzufressen und einfach viel zu schlafen.
Was helfen kann
Dem Herbstblues ist aber niemand hilflos ausgeliefert. Ihr könnt einiges tun, um Euch selbst wieder aus dem Tief herauszuholen.
Licht und Bewegung
Da das schwindende Tageslicht den Herbstblues sehr wahrscheinlich begünstigt, hilft es, Sonne zu tanken. Auch körperliche Betätigung hebt die Stimmung. Daher ist Bewegung an der frischen Luft ein optimales Mittel gegen das herbstliche Stimmungstief. Wenn Dein zu pflegender Angehöriger es körperlich noch schafft und das Wetter nicht allzu ungemütlich ist, solltet Ihr in der Zeit so oft wie möglich einen Spaziergang unternehmen – am besten natürlich in der Herbstsonne. Das gibt neuen Schwung und erhöht nebenbei auch die Vitamin-D-Produktion.
Unser Tipp: Eine Tageslichtlampe kann eine sinnvolle Alternative sein, wenn Dein zu pflegender Angehöriger nicht mehr gut zu Fuß ist und somit kaum noch dazu kommt, Licht zu tanken. Lasst Euch vor dem Kauf in der Hausarztpraxis beraten, denn die Lampe sollte als Therapiegerät geeignet sein, also am besten ein zertifiziertes Medizinprodukt, das eine bestimmte Leuchtkraft erreicht.
Echtes Tageslicht ist aber am besten. Das lässt sich auch auf dem Balkon oder im Rollstuhl tanken. Wenn Ihr draußen seid, denkt daran, die Natur mit allen Sinnen zu genießen. Schaut nach den herbstlichen Farben, selbst wenn es viele Grautöne sind. Riecht den typischen Duft des Herbstlaubs. Spürt die kühle, feuchte Luft im Gesicht und lauscht dem Rauschen von Wind und Regen.
Gut zu wissen: Vor allem das bewusste Riechen ist auch regelrechtes Gehirnjogging. Es hat eine aktivierende Wirkung auf wichtige Hirnbereiche, die eng mit Emotionen verknüpft sind.
Gesellschaft
Soziale Kontakte sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um die Laune zu heben. Vielleicht könnt Ihr gemeinsam die ein oder andere Verabredung für Deinen Angehörigen organisieren, zum Beispiel zum Kaffee. Ein kleiner Plausch tut in der tristen Zeit doppelt gut.
Unser Tipp: Findet einen Grund zum Lachen. Denn das verbessert nicht nur die angeschlagene Stimmung im Herbst. Lachen hat auch auf weiteren Ebenen eine positive Wirkung. Es werden mehr als hundert Muskeln aktiviert, die Bronchien belüftet, das Herz-Kreislauf-System angeregt, Stresshormone ausgebremst und die Serotonin-Produktion angeregt.
Falls möglich und erwünscht, kann auch Körperkontakt trösten und aufheitern. Das kann zum Beispiel einfach eine liebevolle Umarmung sein. Aber auch ein Tier zu streicheln, ist gut für die Stimmung. Das fördert die Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin, das wiederum ein Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit hervorruft.
Für Augen und Ohren
Bringt etwas Farbe ins Zuhause Deines zu pflegenden Angehörigen. Hübscher Herbstschmuck in leuchtenden Herbstfarben, von bunten Blättern bis zu orange-farbenen Kürbissen, macht es heimelig und freundlich. Farben können wahre Wunder bewirken. Grün zum Beispiel tut gut, beruhigt und entspannt, ist gleichzeitig lebensbejahend und motivierend. Orange wiederum regt an und wirkt fröhlich, belebend und stimmungsaufhellend.
Auch die Lieblingsmusik hebt die Laune und steigert die Lebensfreude. Musik hat einen Einfluss auf Emotionen, aber auch auf körperliche Faktoren wie Herzschlag, Blutdruck, Atemfrequenz und Muskelspannung. Bestimmte rhythmische Klänge können sogar Ausdauer und Kraft stärken, zeigen Studien. Wer noch dazu mitsingen und/oder tanzen mag, kann den belebenden Effekt weiter verstärken.
Was Neues machen
Man lernt nie aus, heißt es so schön. Tatsächlich ist es eine gute Idee, bei herbstlicher Niedergeschlagenheit mal etwas Neues zu lernen. Frage Deinen zu pflegenden Angehörigen, worauf er neugierig wäre. Vielleicht wollte Deine Mutter immer schon ein Musikinstrument lernen oder Dein Vater mit Handarbeiten wie Stricken oder Häkeln anfangen. Warum nicht jetzt?
Man ist nie zu alt, noch etwas Neues auszuprobieren. Das muss ja nicht gleich perfekt werden, aber darf Spaß machen und motivieren. Und ganz nebenbei tut Ihr noch etwas Gutes für den Erhalt von Feinmotorik und Gedächtnisleistung.
Ausgewogen essen
Nicht zuletzt ist eine ausgewogene Ernährung wichtig, die reich ist an Vitaminen und Mikronährstoffen wie Magnesium, Zink und Selen. Zu den klassischen Lebensmitteln für bessere Stimmung zählen unter anderem Bananen, Nüsse, Milchprodukte, Trockenfrüchte und Haferflocken. Insbesondere im Alter ist aber wichtig, Lebensmittel zu finden, die gut schmecken und gut verträglich sind.
Kleiner Blues oder Depression?
Ein Herbstblues ist sicher eine weniger erfreuliche Angelegenheit. Die gute Nachricht ist aber: Er geht relativ schnell vorbei. Nach ein paar Tagen oder spätestens ein bis zwei Wochen sollte es schon deutlich besser werden mit der miesen Laune.
Werden die Symptome allerdings stärker oder dauern länger als zwei Wochen an und kommen Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Freudlosigkeit, Konzentrationsstörungen oder Appetitlosigkeit hinzu, ist Aufmerksamkeit geboten. Dann könnte es sich eher um eine ernst zu nehmende Depression als einen unbedenklichen Herbstblues handeln. Eine Depression geht nicht von alleine wieder weg und zeichnet sich typischerweise auch durch eine andere Art von Müdigkeit aus. Die Betroffenen kommen nicht zur Ruhe, schlafen weder gut ein noch gut durch.
Bei entsprechenden Anzeichen solltest Du unbedingt professionelle Hilfe einschalten. Wenn Du Deinen zu pflegenden Angehörigen also trotz intensiver Bemühungen nicht aus seinem Stimmungstief befreien kannst und sein Gemütszustand seinen Alltag stark beeinträchtigt oder Du diese Anzeichen bei Dir selbst bemerkst, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Depressionen lassen sich in jedem Alter gut behandeln. Je früher Ihr Euch dafür Hilfe sucht, desto besser.
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