Urlaub planen
Viele Menschen fahren zwischen Juli und September für mehrere Wochen in den großen Sommerurlaub. Für pflegende Angehörige bedeutet das meist einen höheren Organisationsaufwand, damit zu Hause alles klappt. Wenn auch für Dich bald endlich Urlaub ist, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um nochmal zu prüfen: Ist die Ersatzpflege gut organisiert?
Sommerzeit = Urlaubszeit
Vielleicht sehnst auch Du Dich schon länger nach Urlaub. Einfach mal rauskommen, etwas anderes sehen, weniger Zeitstress haben! Natürlich wären drei bis vier Wochen Auszeit schön. Für viele Pflegende ist das aber utopisch. Doch zumindest 10 bis 14 Tage Urlaub sollten drin sein, damit Du Dich mal wieder erholen kannst. Denn nur wer zwischendurch auch Zeit für sich hat, bleibt langfristig gesund.
Unser Tipp: Auch wenn Du üblicherweise einen Großteil der Versorgung übernimmst, sollte klar sein: Du brauchst Auszeiten! Dass Du nicht weg kannst, sollte keine Option sein. Buche Urlaub und mache deutlich, dass Du fahren wirst.
Planung ist alles
Damit Dein Angehöriger gut versorgt ist, auch wenn Du mal nicht da bist, ist gute Planung nötig. Was Ihr braucht, hängt stark vom Pflegebedarf und den sonstigen Lebensumständen ab. Wenn Dein Vater allein lebt und mit Pflegegrad 3 tägliche Hilfe braucht, die er am liebsten nur von Dir bekommen möchte, ist natürlich mehr zu organisieren, als wenn Deine Mutter mit Pflegegrad 1 mit Deinem gesunden Vater zusammenwohnt, gut vernetzt ist und nur gelegentliche Unterstützung benötigt. Doch so oder so ist es sinnvoll, wenn Ihr Euch als Familie frühzeitig zusammensetzt und überlegt, wie die Versorgung in deiner Abwesenheit gut klappen kann.
Viele Möglichkeiten
Am einfachsten ist es, wenn andere Familienmitglieder Deine Aufgaben übernehmen können. Ein Urlaub kann aber auch ein guter Auslöser sein, um neue oder erstmalig externe Hilfen auszutesten. Gute Optionen sind:
- (zusätzliche) Unterstützung durch einen Pflegedienst
- Nachbarschaftshilfe
- (zusätzliche) Unterstützung durch eine Haushaltshilfe
- Tages- und/oder Nachtpflege
- Kurzzeitpflege
Meist können auch Pflegebedürftige, die eigentlich keine "fremde" Hilfe annehmen wollen, sich damit arrangieren, wenn klar ist, dass es nun für ein paar Wochen nötig ist. Und wer weiß? Vielleicht ist die ehrenamtliche Unterstützung ja überraschend nett, die Haushaltshilfe doch sehr freundlich und ganz schön praktisch und das gemeinsame Mittagessen in der Tagespflege schmeckt viel besser als gedacht.
Gut zu wissen: Für die Tages- und Nachtpflege gibt es ab Pflegegrad 2 ein monatliches Extra-Budget.
Auch die Johanniter-Unfall-Hilfe betreibt Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege. Du kannst direkt hier in der App danach suchen.
Extra-Budget
Eine Ersatzversorgung in der Urlaubszeit wird übrigens von der Pflegeversicherung bezuschusst. Aus dem Entlastungsbudget kann Dein Angehöriger auf Antrag bis zu 3539 Euro an zusätzlicher Unterstützung finanzieren. Das geht wahlweise als sogenannte Verhinderungspflege, wenn Hilfskräfte die Versorgung zu Hause übernehmen, oder als Kurzzeitpflege, wenn Dein Angehöriger für die Urlaubszeit vorübergehend in ein Pflegeheim zieht.
Gut zu wissen: Das Geld lässt sich auch rückwirkend noch beantragen. Wie der Antrag funktioniert, erklärt unser Artikel zum Entlastungsbudget.
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