Übersicht: Nachbarschaftshilfe

Header image of Übersicht: Nachbarschaftshilfe

Eine gute Nachbarschaft kann man sich nicht immer aussuchen. Aber mit etwas Glück gibt es hilfsbereite Nachbarn, die Deinen Angehörigen mit Pflegebedarf hier und da mal unbürokratisch unterstützen. In manchen Regionen gibt es auch Nachbarschaftshilfe-Vereine, die ehrenamtliche Hilfe gezielt an Menschen mit Pflegebedarf vermitteln. Folgendes ist gut zu wissen.

Gute Nachbarschaft

In einer guten Nachbarschaft greift man sich gerne mal unter die Arme. Dazu braucht es normalerweise keine Anleitung oder Regularien, sondern eher Sympathie und gesunden Menschenverstand. Vielleicht habt Ihr das Glück, nette Nachbarn zu haben, die immer mal wieder unbürokratisch helfen oder Gesellschaft leisten.

Gut zu wissen: Wenn diese Hilfe bestimmte Voraussetzungen erfüllt, zahlt die Pflegeversicherung dafür sogar eine Aufwandsentschädigung.

Was ist Nachbarschaftshilfe?

Damit es Geld gibt, braucht es in Deutschland natürlich eine offizielle Einordnung. Der Fachbegriff heißt in diesem Fall erstaunlich einfach „Nachbarschaftshilfe“ und ist definiert in § 45a s SGB XI. Demnach gehören zur Nachbarschaftshilfe explizit keine pflegerischen Leistungen, sondern es geht in erster Linie darum, Gesellschaft zu leisten und bei alltäglichen Aufgaben oder Freizeitangeboten zu unterstützen oder zu begleiten.

Vorteile

Eine solche Form der Unterstützung schafft Entlastung für Dich und für Deinen Angehörigen im Alltag. Sie kann zu einem längeren selbstbestimmten Leben im eigenen Zuhause beitragen. Und sie ist deutlich günstiger und persönlicher, als wenn ein offizieller Dienst diese Aufgaben übernehmen würde. Manches wird auch durch Nachbarschaftshilfe erst möglich – etwa eine gemütliche Runde Rommé bei einer Tasse Tee auf dem Balkon. Kein Pflege- oder Hilfsdienst hätte dafür Zeit – Nachbarn oder Ehrenamtliche, die sich genau deshalb in einem Verein engagieren, schon.

Hilfe finden

Wenn Ihr bereits hilfsbereite Nachbarn habt, ist das natürlich die beste Option. Wenn nicht, dann gibt es auch Vereine, in denen sich hilfsbereite Ehrenamtliche engagieren. Um einen solchen zu finden, such einfach mal im Internet nach „Nachbarschaftshilfe“ und dem Wohnort Deines Angehörigen. Auch Pflegestützpunkte können manchmal Ansprechpartner empfehlen.

Aufwandsentschädigung zahlen

Wenn die Pflegeversicherung die Unterstützung offiziell als Nachbarschaftshilfe anerkennt, könnt Ihr mithilfe des Entlastungsbetrags eine Aufwandsentschädigung bezahlen. Leider sind die Voraussetzungen dafür in jedem Bundesland verschieden. Teils reicht es, wenn ein Nachbar sich bei der Pflegeversicherung meldet und unterschreibt, dass er erwachsen ist, eine private Haftpflichtversicherung hat und nicht mit der pflegebedürftigen Person verwandt ist. Teils wird aber auch die Teilnahme an einem speziellen Kurs, ein polizeiliches Führungszeugnis und/oder ein frischer Erste-Hilfe-Kurs verlangt.

Welche Regeln in welchem Bundesland gelten, haben wir rausgesucht und im Artikel „Nachbarschaftshilfe – Überall unterschiedlich“ für Dich zusammengefasst.

Wie du eine Hilfskraft konkret finanziell unterstützen kannst, erfährst Du im Beitrag „Nachbarschaftshilfe finanzieren“.

Weiterlesen in der App

Lade Dir die mitpflegeleben App herunter und erhalte Zugriff auf alle Artikel, persönliche Empfehlungen und praktische Tools.

Du suchst telefonische Pflegeberatung? Ruf uns kostenlos an unter: 030-816901-6639

mitpflegeleben App Screenshot