Stressmanagement im Pflegealltag

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Stress trifft jeden mal. Insbesondere im Pflegealltag ist es wichtig zu wissen, wie Du mit stressigen Momenten umgehen kannst. Wie schlimm es sich anfühlt, hat viel mit Deinen inneren Erwartungen und Überzeugungen zu tun. Wenn Du die Mechanismen verstehst, die Dich persönlich stressen, kannst Du gezielt daran arbeiten. Dadurch löst sich nicht alles in Wohlgefallen auf, aber der Stress haut Dich nicht mehr um.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stress kommt vor. Du kannst lernen, besser damit umzugehen. Stressmanagement startet im Kopf.
  • Wenn Du Deine Stressoren und Stressreaktionen kennst, kannst Du in anstrengenden Situationen gelassener reagieren. Das nennt sich Resilienz.
  • Wichtig ist zu erkennen, wie Du stressige Situationen bewertest. Daran kannst Du arbeiten.
  • Ein gutes Zeitmanagement kann Dir ebenfalls helfen, den Pflegealltag ruhiger zu bewältigen.

Warum Stressmanagement?

Vermutlich kennst Du Stresssituationen aus dem Arbeitsleben und auch privat läuft sicher hier und da mal was nicht so wie gedacht. Im Pflegealltag kann es dann leicht zusätzlich fordernde Momente geben. Daher ist es gut, wenn Du für Dich den ein oder anderen Ansatz hast, wie Du gelassener damit umgehen kannst. Mit mehr Resilienz vermeidest Du, zu sehr davon vereinnahmt zu werden.

Unser Tipp: Die Johanniter-Unfall-Hilfe bietet Kurse zum Stressmanagement an.

Innere Einstellung

Einer der zentralen Punkte im Umgang mit Stress ist Deine innere Einstellung. Wer sich gestresst fühlt, sucht die Ursache dafür meist im Außen. Meist gibt es ja auch einen oder mehrere Anlässe: ein verspäteter Bus, eine unschöne Auseinandersetzung mit dem Kollegen oder vielleicht auch ein anstrengendes Gespräch mit Deinem zu versorgenden Angehörigen. Stress entsteht insbesondere im sozialen Kontext. Häufig stresst ein subjektiv empfundenes Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

In den allermeisten Fällen liegt die Ursache von Stress aber gar nicht im Außen, sondern im Innen. Daher spielt Deine Einstellung eine zentrale Rolle – und an der kannst Du arbeiten. Wenn Du erkennst, welche Einstellungen, Erwartungen und Glaubenssätze mit als Stressauslöser fungieren, kannst Du Deinen Umgang damit verändern. Viele Menschen neigen zum Beispiel dazu, sich selbst abzuwerten und nicht wertzuschätzen.

Unser Tipp: Beobachte Dich mal, wie Du gedanklich mit Dir selbst redest. Das kann Dir viel Aufschluss über Deine Glaubenssätze geben. Gedanken wie „Ich bin nicht gut genug“, „Oh Mann, was bin ich wieder blöd“ oder „Das bekomme ich doch sowieso nicht hin“ sind ein Hinweis auf ungünstige Überzeugungen, die Du überdenken solltest.

Stressmomente anders bewerten

Gedankliche Stressmuster kannst Du durchbrechen. Stress entsteht im Kopf – der Weg aus der Stressfalle startet ebenso im Kopf.

Psychologische Stressmodelle beginnen genau dort: an der kognitiven Bewertung einer potenziell stressigen Situation. Eine der effektivsten Methoden zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und zum Stressabbau ist daher, an einer gesunden Einstellung zu arbeiten:

  • Ersetze so oft wie möglich destruktive Glaubenssätze, wann immer Du sie bemerkst, durch positive.
  • Hinterfrage Deine Ansprüche an Dich selbst und die Erwartungen anderer. Niemand ist perfekt und Du musst es auch nicht sein.
  • Akzeptiere, dass Du manches nicht beeinflussen kannst.
  • Ein gesunder Egoismus ist wichtig. Du darfst Nein sagen, wenn Dir etwas zu viel ist.
  • Nimm Hilfe an! Du musst nicht alles allein stemmen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Pflegealltag unterstützen zu lassen.
  • Sprich mit Freunden über Deine Gedanken. Oft hilft schon die Erkenntnis, dass Du längst nicht die einzige Person mit diesen Schwierigkeiten bist. Vielleicht haben sie auch Tipps oder Erfahrungen, die Dir weiterhelfen.
  • Such Dir professionelle Hilfe, wenn Du allein nicht weiterkommst. Psychotherapeuten können dabei helfen, eine ungesunde innere Einstellung abzulegen.

Zeitmanagement

Oft ist auch ein besseres Zeitmanagement ein wertvoller Ansatz. Denn das hilft, Stress von vorneherein zu vermeiden oder wenigstens zu verringern. Auch im Pflegealltag lässt sich einiges geschickter organisieren. Nimm Tempo heraus. Besonders wichtig ist, Dir zu überlegen, was Du unbedingt selbst erledigen musst, was eigentlich gar nicht so wichtig ist und was Du guten Gewissens delegieren kannst.

Unser Tipp: Irgendwas Unvorhergesehenes passiert immer. Wenn Dein grundsätzliches Zeitmanagement gut ist und Puffer bereithält, sind kleine Unwägbarkeiten längst nicht so schlimm – gleich ob im beruflichen oder privaten Umfeld oder im Pflegealltag.

Wenn möglich, überdenke daher Dein Zeitmanagement und organisiere vielleicht ein paar Dinge anders.

  • Setze Prioritäten: Erledige entweder die dringendsten Dinge zuerst oder jene Angelegenheiten, die Du einfach und schnell bewältigen kannst.
  • Fokussiere Dich: Kümmere Dich möglichst nur um eine Sache gleichzeitig.
  • Schaffe Struktur: Tages- und/oder Wochenpläne können Dir helfen, Deine Zeit besser einzuteilen und den Überblick zu behalten.
  • Delegiere: Was Du nicht unbedingt selbst erledigen musst, darfst und solltest Du jemand anderem übertragen.

Von Theorie zu Praxis

Entwickle verschiedene Lösungsstrategien. Überlege Dir, wie Du den größten Stressoren effektiv begegnen könntest. Vielleicht hilft es Dir, den Wecker ab sofort etwas früher zu stellen. Wenn länger geplante Aktionen anstehen, schreibe Dir bereits einige Wochen im Voraus eine Liste mit To-Dos. Vielleicht hast Du mit ausreichend Vorlauf mehr Möglichkeiten, auch etwas zu delegieren. Plane Schritt für Schritt und setze dann auch in der Praxis um, was Du Dir in der Theorie überlegt hast.

Wenn eine Strategie funktioniert: Prima! Falls nicht: Probiere die nächste Möglichkeit aus. Ziehe nach einer Weile Bilanz, was Dir in Deinem persönlichen Alltag am besten geholfen hat und das Potenzial hat, Dich auch langfristig zu entlasten.

Kommst Du immer wieder im Alltag an Deine Grenzen und stehst kurz vor der Explosion? In unserem Artikel „Stress: Gezielt abbauen“ stellen wir einige konkrete Entspannungstechniken vor, die Dir in akuten Stressmomenten helfen können.

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