Übersicht: Notfallordner
Wenn ein medizinischer Notfall eintritt, brauchen Rettungskräfte schnell Informationen. Diese sollten am besten schnell auffindbar sein. Gute Varianten sind ein entsprechend beschrifteter Ordner, ein zentral platzierter Zettel, eine Info auf dem Handy oder eine Notfalldose im Kühlschrank.
Informationen im Schnellzugriff
Im medizinischen Notfall zählt jede Minute. Helfer brauchen schnell Informationen. Am besten sind die wichtigsten medizinischen Fakten deshalb an einem Ort gebündelt. Das kann ein Ordner sein, ein Kalender, das Handy, ein Notfallausweis, die sogenannte Notfalldose oder auch einfach nur ein Zettel. Wichtig ist, dass das Dokument leicht auffindbar ist.
Folgende Daten solltet Ihr angeben:
- Name, Alter, Adresse
- Foto
- chronische Krankheiten
- Medikamente(nplan), Lagerort der Präparate
- Medizinische Fakten, zum Beispiel zu Implantaten oder Einschränkungen
- Allergien
- Impfungen
- Kontaktpersonen
- Kontaktdaten Hausarztpraxis
- Pflegegrad
- Hinweis auf weitere Dokumente wie Patientenverfügung
- Unterschrift
Notfallordner
Ein Notfallordner ist mehr als ein Sammelort für Informationen im medizinischen Notfall. Er sorgt dafür, dass auch andere wichtige Unterlagen – Geburtsurkunden, Besitzurkunden, Versicherungen, Testament, Vollmachten – mit einem Griff zur Hand sind. Denkbar ist, dass Ihr vorne in den Ordner ein Blatt für medizinische Notfälle einlegt.
Damit die Helfer im Notfall schnell den Ordner finden, kannst Du die Information darüber zum Beispiel auf die Innenseite der Haustür oder an eine andere prominente Stelle kleben.
Notfalldose
Die SOS-Notfalldose ist eine handliche, meist weiß-grüne Kunststoffdose für den Kühlschrank. Die Grundidee: Jeder stellt sich die Dose mit Informationszettel in die Kühlschranktür. Da jeder Haushalt einen Kühlschrank hat und dieser so gut wie immer in der Küche steht, wissen Rettungskräfte gleich, wo sie suchen müssen. Ihr bekommt eine Notfalldose für rund 3 bis 5 Euro im Internet oder in der Apotheke.
Meist werden zwei Aufkleber mitgeliefert. Die könnt Ihr an die Innenseite der Haustür und an den Kühlschrank kleben. Es gibt Notfalldosen auch in anderen Farben als weiß-grün. Die Johanniter-Dose und auch die Rotkreuzdose sind beispielsweise rot mit weißer Schrift.
Unser Tipp: Die rote Johanniter-Dose könnt Ihr im Johanniter-Kaufhaus bestellen. Die einzelne Dose kostet nur 1,50 €. Ihr müsst allerdings mindestens fünf Stück kaufen und es kommen Versandkosten in Höhe von 8,90 € hinzu.
Notfallausweis
Der Notfallausweis enthält dieselben Angaben wie Ordner oder Dose, ist aber für unterwegs gedacht. Also braucht er ein handliches Format, damit er ins Portemonnaie passt. Vorlagen im pdf-Format zum Ausfüllen und Ausdrucken findet Ihr im Internet zum Beispiel bei einigen Krankenkassen.
Notfall-App fürs Handy
Der Notfallpass oder die Notfall-App fürs Handy macht das gleiche wie Papierzettel – nur digital. Unter Stichwörtern wie „Notfall-ID“ oder „Notfallpass“ findet Ihr verschiedene Apps in den Stores. Gemeinsam ist den Apps, dass Dritte auch bei gesperrtem Bildschirm darauf Zugriff haben. Ihr könnt auch einstellen, dass die Daten im Falle eines Notrufes an die 112 sofort mit übermittelt werden.
Es braucht für Notfall-Informationen auf dem Handy allerdings nicht unbedingt eine separate App. Auf vielen Geräten ist eine solche Funktion mittlerweile im Betriebssystem vorgesehen.
Neuere Samsung-Handys zum Beispiel haben die Funktion „Medizinische Informationen“. Die findet Ihr unter Einstellungen im Menüpunkt „Sicherheit und Notfall“ (Android-Version 16) und könnt dort die wichtigsten Angaben eintragen. Auf Apple-Geräten könnt Ihr den Notfallpass in der „Health-App“ einrichten. Ihr solltet dann daran denken, den Zugriff auf diese Informationen über den Sperrbildschirm freizugeben.
