Übersicht: Palliativ-Versorgung am Lebensende
Über das Lebensende und das Sterben nachzudenken, fällt nicht leicht. Umso wichtiger ist es zu wissen, welche Möglichkeiten der Versorgung Sterbende und Angehörige haben. Es gibt viele Hilfen, etwa professionelle Palliativpflege und Hospizdienste. Wir erklären, was alles möglich ist und welche Angebote und Dienste Euch Unterstützung leisten können.
Palliative Versorgung
Manche Menschen wünschen sich einen Tod in Ruhe zu Hause. Manchmal tut aber auch externe Hilfe gut oder ist sogar notwendig. Dann kommen Angebote palliativer Versorgung ins Spiel. Palliativpflege-Teams haben die Aufgabe, Menschen am Lebensende noch eine möglichst gute Zeit zu ermöglichen. Dafür gibt es je nach Bedarf und Bedürfnissen verschiedene Möglichkeiten, von ambulant bis stationär.
Gut zu wissen: In Deutschland hat nicht nur jeder Mensch einen Anspruch auf diese Art der Versorgung, sondern sie muss auch von der Krankenversicherung finanziert werden, wenn klar ist, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist.
Schmerzen nehmen
Manche Krankheiten verursachen starke Schmerzen. Die moderne Schmerzmedizin erlaubt es, selbst stärkste Schmerzen mit den richtigen Mitteln so weit zu unterdrücken, dass sie gut erträglich sind. Mittlerweile weiß man, dass starke Schmerzmittel keineswegs nach kürzester Zeit in ihrer Wirkung nachlassen. Wenn jemand starke Schmerzen hat, können diese auch über einen längeren Zeitraum erfolgreich unterdrückt werden. Vor unerträglichen, andauernden Schmerzen am Lebensende muss sich deshalb niemand fürchten.
Gut zu wissen: Das Sterben an sich tut nicht weh. Im Gegenteil. Der menschliche Körper schüttet während des Sterbeprozesses sogar automatisch körpereigene Schmerzmittel aus.
Möglichkeiten
Ambulante Hospizdienste helfen dabei, Angehörige zu entlasten, wenn sie sich in der letzten Lebensphase um einen geliebten Menschen kümmern wollen. Die meist Ehrenamtlichen mit passender Fortbildung übernehmen zum Beispiel Einkäufe und sind Gesprächspartner. Spezielle Teams der sogenannten Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung, kurz AAPV, lindern Schmerzen, leisten Pflege und medizinische Versorgung im gewohnten Umfeld. Kommen sie mit ihren Möglichkeiten an ihre Grenzen, gibt es noch die sogenannte Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung, kurz SAPV, die eine aufwendigere Unterstützung bis hin zu einer 24-Stunden-Versorgung zuhause ermöglicht. Ihr Ziel: unnötige Krankenhaus-Einweisungen vermeiden. Ist eine gute Versorgung zuhause nicht möglich, kann ein stationäres Hospiz die beste Lösung sein. In deren Fokus steht, trotz vieler medizinischer Hilfsmittel eine möglichst gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Haupt- und Ehrenamtliche in den Bereichen Medizin, Pflege und psychosoziale Betreuung arbeiten dort eng mit Angehörigen und Freunden zusammen, um Sterbenden eine möglichst schöne letzte Zeit zu ermöglichen.
