Übersicht: Lebensqualität am Lebensende

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Nur die wenigsten wollen sich wohl gerne mit dem Tod auseinandersetzen. Doch auch wenn wir ihn lieber verdrängen würden, ist es sinnvoll, sich auf das Lebensende vorzubereiten. Denn als Angehöriger oder Freund kannst Du einiges dazu beitragen, um die letzte Zeit eines geliebten Menschen so angenehm wie möglich zu gestalten. Vermutlich deutlich mehr, als Du ahnst. Wissen um den Sterbeprozess ist eine wertvolle Grundlage.

Zeit und Zuwendung

Wenn klar ist, dass ein Dir nahestehender Mensch bald gehen wird, bekommt gemeinsame Zeit einen ganz speziellen Wert. Dann ist es gut, sich möglichst früh Gedanken darüber zu machen, wie Ihr die letzte Zeit besonders schön gestaltet könnt. Was wollt Ihr gerne noch einmal erleben? Was ist überhaupt noch möglich? Lässt sich vielleicht doch noch möglich machen, was auf den ersten Blick schwierig erscheint? Gut zu wissen: Nahe Angehörige können sich dank des Pflegezeitgesetzes für bis zu drei Monate von der Arbeit freistellen lassen oder vorübergehend auf Teilzeit reduzieren, wenn der Tod naht. So gewinnt Ihr mehr Zeit.

Bedürfnisse besprechen

Wenn es bisher kein Thema war, wird es in den letzten Wochen höchste Zeit. Besprecht Eure Bedürfnisse in Bezug aufs Sterben und die Zeit danach. Was wünscht sich die Person, die bald sterben wird? Was möchte sie auf gar keinen Fall? Auch wenn es zunächst schwerfallen mag: Darüber zu reden bringt für beide Seiten Klarheit und Erleichterung.

Den Sterbeprozess kennen

Jeder Tod ist so individuell wie jede Geburt. Doch bestimmte, grundsätzliche Abläufe sind stets ähnlich. Viele Menschen tun ihren allerletzten Atemzug zwar allein, wenn just gerade niemand im Raum ist, weil es offenbar den meisten Menschen leichter fällt, genau dann das Leben loszulassen. Doch bis es soweit ist, sind sie dankbar um Zuwendung und gemeinsame Zeit. Nicht zuletzt kannst Du entscheidend dazu beitragen, Selbstbestimmung und Lebensqualität so hoch wie möglich zu halten.

Zu wissen, wie der Sterbeprozess aussieht, und Anzeichen zu erkennen, dass das Ende langsam in greifbare Nähe rückt – das ist eine wertvolle Basis, um die letzten Tage und Stunden möglichst gut zu gestalten. Mit solidem Grundwissen ist Dir klar, was gerade passiert und was Du in für die sterbende Person tun kannst. Der Körper bereitet sich aufs Sterben vor, indem er eine Reihe von Prozessen in Gang setzt. Das läuft immer recht ähnlich ab und endet nach mehreren Tagen schließlich mit dem Tod.

Zum Beispiel ist es ganz normal, dass Hunger und Durst nachlassen, Hände und Füße kalt werden und irgendwann das Bewusstsein schwindet und Sterbende kaum noch aufwachen. Darüber hinaus ist es aber genauso wichtig zu wissen, was man nicht mehr tun sollte, weil es den natürlichen Sterbeprozess nur unnötig verlängern würde. Einen detaillierten Artikel dazu haben wir unten verlinkt.

Letzte Hilfe Kurse

Die Lebensqualität am Lebensende so gut wie möglich zu erhalten, ist eine Aufgabe. Das Gute ist: Das musst Du nicht allein schaffen. In sogenannten Letzte-Hilfe-Kursen kannst Du etwa lernen, was am Lebensende gut tut und wie die letzte Zeit sich möglichst lebenswert gestalten lässt. Die Kurse sind nicht nur darauf ausgelegt, Impulse zu geben und die Scheu vor dem Sterben zu verlieren, sondern wollen auch Orientierung geben und einfache Handgriffe vermitteln. Einen solchen Kurs zu besuchen, kostet nicht viel Zeit, nimmt Ängste und gibt Sicherheit. Und Sterbende sind in der Regel sehr dankbar, wenn sie in ihren letzten Tagen und Stunden einfach Zuwendung erfahren und liebevoll und ruhig begleitet werden. Selbst wenn sie zuerst Angst davor hatten, sind die meisten Angehörigen später froh, dass sie sich über den Tod informiert haben und bis zum Ende bei einem geliebten Menschen bleiben konnten.

Externe Hilfen

Auch Hilfe von Profis kann in den letzten Wochen sehr hilfreich und wohltuend sein. Einen Überblick erhältst Du im Übersichtsartikel Palliativpflege. Details zu allen genannten Themen erfährst Du in den verlinkten Themenartikeln.

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